Völkerball als Mittel zum Mobbing?

Völkerball als Mittel zum Mobbing?


Das seit vielen Jahrzehnten bewährte Spiel, das kaum aus dem Sportunterricht wegzudenken ist, wird aktuell in den Medien bzw. auf Social Media heiß diskutiert.

Anlass dafür ist eine (noch unveröffentlichte) kanadische Studie rundum den Bildungswissenschaftlerin Joy Butler, die Völkerball als „Mittel der Unterdrückung“ deklariert, welche einige Schüler als „entmenschlichend“ wahrnehmen.

Schon über 10 Jahre gibt es im ASVÖ Vorarlberg das Projekt „fairness&fun“, dabei geht es um die Sensibilisierung und angeleitete Wertevermittlung in Bezug auf soziale Werte wie Kooperationsfähigkeit, Teamgeist, Respekt, Achtsamkeit, Hilfsbereitschaft und insgesamt einfach um Fair Play. Diese Werte werden in einem Workshop vermittelt, aber vor allem auch durch das Völkerball-Spiel nach eigenen Fair-Play Regeln (Huckepack-Völkerball) vertieft. Abschließend gibt es jedes Jahr in Vorarlberg 4 Völkerballbegegnungen auf Bezirksebene und 1 Landesfinale (in Tirol und Salzburg je 1 Landesfinale), wo die besten und fairsten Mannschaften gekürt werden. Das Besondere am Projekt ist die Fairplay Wertung, wo gerade auch die sportlich Schwächeren die Chance haben, Sieger zu sein – und zwar gleichwertige Sieger wie die spielerisch Stärksten. Das positive Feedback, dass wir jedes Jahr von LehrerInnen und SchülerInnen und auch Politik und Medien erhalten, sowie die stetig steigenden Teilnehmerzahlen zeigt uns, dass es ein wertvolles Projekt ist und Völkerball an sich keinesfalls verurteilt werden kann.

Es gibt viele verschiedene Versionen von Völkerball: im Schulunterricht ist es die Verantwortung der Pädagogen, die für die eigene Klasse passende auszuwählen (dies fängt schon bei der Wahl der MitschülerInnen an) und auf die Regeleinhaltung zu achten. Unsere Erfahrung zeigt, dass keinesfalls der Sport an sich verurteilt und als „Mittel zum Mobbing“ abgestempelt werden darf. Es liegt an den Pädagogen den Unterricht so (abwechslungsreich) zu gestalten bzw. die Regeln so zu wählen, dass sich kein/e Schüler/in unterdrückt fühlt.